IMOS Lexikon

Schiffspoststempel

Schiffe haben seit langer Zeit eine besondere Bedeutung für die Logistik Olympischer Spiele - sei es für den Transport von Olympia-Mannschaften oder deren Unterbringung in den Austragungsstädten. So erfolgten der Transport von den USA und die Unterbringung der US-Mannschaft 1920 in Antwerpen auf einem Schiff, das auch als "Hotel" fungierte. 

Erstmals wurden Schiffspoststempel mit direktem Olympiabezug 1932 in Los Angeles bekannt, als Schiffe der Navy für die Sicherheit sorgten. 

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Schiffspoststempel der U.S.S. Pennsylvania der Navy mit dem Zusatz "First Day / Olympic Games"

Nach dem II. Weltkrieg wurden wieder Schiffe zur Unterbringung genutzt - wie die polnische MS Batory in Helsinki 1952.  Allerdings liegen von dort und anderswo meist nur Postkarten vor. 

 


 

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Weitgehend unbekannt ist der Schiffspoststempel mit den Olympischen Ringen von 1992, als die MS Berlin nach Barcelona fuhr und dort während der Sommerspiele im abgesperrten Areal des Hafens vor Anker ging (Brief mit Schiffspoststempel und Cachet ). 

2012 kam es zum Einsatz eines olympiabezogenenen Schiffspoststempels für die Rückfahrt der deutschen Olympiamannschaft von London. Schon vorher lag das Schiff während der Olympischen Spiele im dortigen Hafen. Mit dem Einsatz dieses Stempels ging gleichzeitig ein Stück deutscher Schiffspost-Geschichte zu Ende. Einen Tag später wurde die Schiffspoststelle offiziell geschlossen.  

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Personalisierter Umschlag für den auf Initiative der IMOS eingesetzten Schiffspoststempel

Von vielen Olympischen Spielen sind Belege von Schiffen bekannt, die zu den Olympischen Spiele eine besondere Aufgabe erfüllten. Zu deren Dokumentation wurden meist Cachets/Zusatzstempel - wie beim Barcelona-Beleg von 1992 links unten - herangezogen, die  an Bord verwendet wurden, denen aber keine postalische Bedeutung zukam.

Ein besonderes Kapitel dabei sind jene Schiffe, die die Olympische Flamme beförderten. Es ist bisher jedoch kein Schiffspoststempel bekannt, der dies zum Thema machte.

Auch gehören besondere Fahrten im weitestgehenden Zusammenhang mit sportlichen Ereignissen zum Sammelgebiet, wie jene Auszeichnungsreise für verdiente Sportler und Trainer der DDR nach den Olympischen Spielen von Moskau 1980 mit der MS "Völkerfreundschaft".