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Archivkarten

Maschinen- oder Archivkarten werden von den Herstellerfirmen zur Dokumentation geführt und aufbewahrt und geben Auskunft über Reparaturen und Wartungen, die Klischees u.a.m. eines Absenderfreistempels. All dies wird auf einer Archivkarte eingetragen, ebenso werden neue Klischees aufgeklebt.     

Damit lässt sich mit einer solchen Archivkarte sowohl Postgeschichtliches (technische Details des AFS, Gebührenstufen u.ä.)  als auch Thematisches (zur wechselhaften Geschichte des Nutzers) erzählen. Ist die Archivkarte des HSV, begonnen im Jahr 1950, noch sehr übersichtlich, so schreibt man mit der Archivkarte des DFB, eröffnet am 30. Oktober 1933, Fußballgeschichte bis zum Ende des II. Weltkriegs.  (Aus dem Sonderheft 2016 / Beiträge von Peter H. Thoennessen und Wolfgang Ellinger)  

Alle diese Archivkarten sind Unikate.

Avis de réception - Rückschein

Mit dem Rückschein - er wird de facto als Postkarte versandt -  wird dem Absender bestätigt, dass der Empfänger die Sendung in Empfang genommen hat und dies üblicherweise durch Unterschrift quittierte. 

Da das ausliefernde Postamt ebenfalls die Auslieferung mit einem Stempelabschlag bestätigt, ergibt sich so eine Möglichkeit, (mit etwas Glück) Belege von Olympiasonderpostämtern zu erhalten, die keine Massenware sind.

Rückschein als Bestätigung der Ankunft einer Einlieferung - mit Sonderstempel des Olympischen Dorfes in Adler

Noch interessanter wird es allerdings, wenn der Rückschein selbst einen Olympiabezug aufweist - so wie von der Post des Gastgeberlandes der Olympischen Winterspiele Albertville 1992 gehandhabt.

 

  Einschreibbrief von einer Jugendbriefmarkenausstellung im Quartier der französischen Streitkräfte in Reinickendorf im Westteil Berlins, bei der das französische Feldpostamt 6000 (BPM 600) mit einem Schalter vertreten war und einen Sonderstempel führte.

LA POSTE verwendete Rückscheine mit dem Eindruck des Emblems der Spiele, was Sponsoren erlaubt war. Von diesen speziellen Rückscheinen gibt es mehrere Auflagen, erkennbar am rückseitigen Druckvermerk.   

Aerogramm

Unter einem Aerogramm (engl.: aerogramme) ist ein Luftpostfaltbrief zu verstehen, der aus einem amtlich ausgegebenen Briefbogen mit eingedrucktem Postwertzeichen und einem Luftpostvermerk besteht. Dieser Bogen wird rückseitig beschrieben und gefaltet und verklebt. Meist ist er gültig für den Versand in alle Welt. Beilagen sind in diesem gefalteten Brief zum günstigen Tarif nicht gestattet.

Zu Olympischen Spielen wurden erstmals für LONDON 1948 Aerogramme aufgelegt.

Acht Jahre später waren die Olympischen Spiele von Melbourne 1956 der Anlass für ein Aerogramm.

Aerogramm, abgesandt vom Pressepostamt im Olympiastadion (Main Stadium)

 

 

Zu den Besonderheiten gehört eine Abart, bei der in der Umschrift des Stadtwappens "CITY OF MELBOURNE" der letzte Buchstabe E zu einem F mutierte.

 

 

Vorlageexemplare für den Weltpostverein UPU wurden mit dem Aufdruck SPECIMEN (Muster) versehen.

 

 

 

 

Aus Melbourne liegt auch das folgende abgebildete "Aerogramme" vor. Doch Vorsicht: Im philatelistischen Sinne handelt es sich nur um einen Olympia-Sonderumschlag, weil kein eingedrucktes Wertzeichen vorhanden ist. Da es sich nur um einen Umschlag handelt, ist natürlich eine Beilage erlaubt und notwendig. Die Freimachung erfolgt zum üblichen Luftposttarif, der in diesem Fall allerdings gleich ist.  

Without any doubt a beautiful item, but although described as "Aerogramme" the follwoing item is no one in the philatelic sense, as the value/stamp imprint is missed. The cover has to be franked by stamps. 

1964 folgte Japans Postverwaltung mit einem Olympia-Aerogramm, das am 9.9.1964 seinen Ersttag hatte.


Waren bisher nur die Postverwaltungen der Veranstalterländer als Herausgeber aufgetreten, so folgten später weiterer Postverwaltungen.

Zwei Beispiele sollen noch einmal auf die Besonderheit eines Aerogramms (Luftpostfaltbriefs) hinweisen:

Olympia-Luftpostganzsache der sowjetischen Post für MÜNCHEN 1972, aber kein Aerogramm!

Olympic postal stationery of the Soviet Post for the MUNICH Olympics in 1972, but no aerogramme in the philatelic sense

Aerogramm der Post Kubas für die Sommerspiele von LOS ANGELES 1984

Aerogramme for the LOS ANGELES Olympics in 1984, edited by the Cuban Post.

Automatenmarken ( ATM )

Die technologischen Neuerungen im Postwesen können in der Sport- und Olympiaphilatelie nicht unbeachtet bleiben. Das betrifft auch die Automatenmarken(ATM).

So wurden innerhalb der olympischen Infrastruktur seit 1992 in Albertville Automatenmarken eingesetzt. Das heisst nicht, dass es dabei auch zwangsläufig zu Sonder-ATM mit Olympia-Bezug gekommen sein muss. Dies geschah erstmalig 1992 für Barcelona, als die damalige Berliner Firma Klüßendorf Automaten an die spanische Post lieferte, die sie in der Olympiastadt betrieb- vor dem HPA zwei Münzwertzeichendrucker und auf der Ausstellung OLYMPHILEX zwei Schalterwertzeichendrucker.

 1992-klu-027-111

 

1992-barc-olyvill-550

Gleich drei verschiedenen ATM wurden während der Olympiazeit verwendet:

1992-vila-olmpica

  • Klüßendorf-Olympia-ATM im HPA Barcelona und auf der OLYMPHILEX '92,
  • EPELSA-ATM auch in der olympischen Infrastruktur und
  • FRAMA-ATM nur im HPA Barcelona.

 

EPELSA-ATM mit der Registriernummer 0325, zeitweilig eingesetzt im Olympischen Dorf

Achtung:
Am 16.6.92 führte die Anordnung, das Ausdrucken des Datums auf den selbstklebenden Etiketten zu unterlassen, zur Geburt der EPELSA- ATM, welche die reinen Schalterfreistempel ablösten. Die abgebildeten Label vom 6. Juli 1992 sind also trotz des Eindruckes des Datums Automatenmarken und keine Postfreistempel

 

 Zwei weitere Beispiele  aus dem Jahr 1996:

 FRAMA-ATM von den Wertzeichendruckern auf der Ausstellung 1996 in Athen zum 100-jährigen Jubiläum der 1. Olympischen Spiele der Neuzeit, hier auf einem Luftpostbrief in die USA mit dem Cachet für den Flug mit dem Olympischen Feuer. Ein Transport mit diesem Flug ist allerdings nicht erfolgt.

 

Olympia-Ganzsachenpostkarte der USPS mit - postalisch nicht notwendiger - Zweiländerfrankatur, aufgegeben im Fox-Theater, dem "Australischen Haus" in Atlanta, in dem sich ein Sonderpostamt der USPS und der australischen Post befand, die in der Olympiazeit auf der OLYMPHILEX '96 präsent war.


 Auf einer Mitglieder-Website ist ein ausführlicher Bericht über BARCELONA '92 und seine ATM zu finden.

Ebenso wird dort über ATM in ATLANTA und ATHEN 2004 berichtet wie auch über Portugals ATM zur Fußball-EM 2004.   Die Inhalte basieren auf eigenen Beiträgen, die in den Journalen und Rundschreiben der IMOS und des Olympia- und Sport-Philatelisten-Clubs Berlin zeitnah erschienen.

Absenderfreistempel

Schon sehr früh haben Unternehmen mit großem Postaufkommen Überlegungen angestellt, die den Postversand effektiver machen solten - die Zeit einsparten sowie einen einfachen und sicheren Nachweis der eingesetzten Porti gewährleisteten.

In Deutschland begann der Versuchsbetrieb Anfang der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, nachdem die Reichspost 1921 eine Zulassung erteilte. Einheitlich war über den Weltpostverband UPU nur festgelegt, dass die rote Stempelfarbe dafür genutzt werden sollte als Zeichen, dass die Gebühr bezahlt war. Auch wurde die Aufnahme der Bezeichnung des Herkunftslandes vorgeschrieben.  

Mit Hilfe dieser Absenderfreistempel lässt sich auf vielfältige Weise Olympia- und Sportgeschichte dokumentieren.

1936-AFS-LH-450

Von den Olympischen Spielen liegen die Absenderfreistempel erstmals für BERLIN 1936 vor. 
Im Beispiel wibt die LUFTHANSA für deren Besuch.

1952-AFS-SA-450S

1952 warb die SAS von ihrem Hauptbüro in Kopenhagen mit diesem Stempel
vom Typ Francotyp, Modell C mit gothischen Ziffern.

Organisationskomitees von großen Sportmeisterschaften und Olympischen Spielen nutzten diese praktische Möglichkeit der Freiimachung (und Werbung!) ebenso wie Sponsoren und offizielle Institutionen.

1972-AFS-MUN-450

Beispiel 1: Einsatz des Pariser Büros eines deutschen Reiseveranstalters mit Werbung für die Olympischen Speile MÜNCHEN 1972 - allerdings nur als Gefälligkeitsabstempelung ("000")

2011-AFS-Slov-450

Beispiel 2: Einsatz des Slowakischen NOK mit Hinweis auf dessen 15-jähriges Bestehen im Jahr 2007

Im Zuge der zunehmenden Postautomation und der maschinellen Briefbearbeitung in großen Briefzentren kam der Lesbarkeit eine zunehmend größere Bedeutung zu. Als Folge dessen begann man, mittlerweile auch international durchgesetzt, die rote Farbe durch die besser lesbare blaue Farbe zu ersetzen. Dieser Prozess begann Anfang des 21. Jahrhunderts, Nachzügler sind auch heute noch zu finden - siehe oben..

afs-2002-1

Die IMOS stellte ihren Hasler-Freistempel (Kennbuchstabe C) Anfang 2002 auf die blaue Farbe um.

Inzwischen wurden neue digitale Verfahren eingeführt, die den bisherigen Einsatz ersetzten.

2011-DOSB-AFS-det-450

2011-AFS-CNOSF-450

Besipiele für

  • das deutsche FRANKIT-System  (DOSB - Deutscher Olympischer SportBund),
  • das zeitgemäße französische Pendant
    (CNOSF - französisches Olympia- und Sportkomitee in der Avenue Pierre Coubertin) und
  • das moderne Schweizer Frankierungsverfahren (IOC).

IOC-AFS-det

Mit den Absenderfreistempeln lassen sich in einer thematischen Sammlung auch postgeschichtliche Zusammenhänge darlegen wie

  • Währungsumstellungen (z.B. deutsche Einheit, DM / Euro),
  • Änderung der Postleitzahlen (Beispiele gibt es bei den AFS zur Bewerbung BERLIN 2000),
  • oder die Gebührenänderungen. 

Auch sollte auf die konkreten eingesetzten Maschinentypen oder sogar Modelle hingewiesen werden.  

Die Freistempel der IMOS sind in unserer Datenbank ab 1998 zu finden. Spezialisten finden sich in der Forschungsgemeinschaft Absenderfreistempel.