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Satchels / Versandhüllen

Unter dem Begriff Satchel wird üblicherweise eine ranzenartige Tasche, meist aus Leder verstanden. Bei der Post handelt es sich um großformatige Versandtaschen zum Verschicken von Dokumenten aus einer strapazierfähigen Kunststofffolie, versehen mit einem Verschlussband. 

SYDNEY 2000
AUSTRALIA POST engagierte sich für die Unterstützung australischer Leistungssportler und legte ein eigenes Olympic Job Opportunity Programme (OJOP), das auch mehrere philatelistsiche Spuren hinterließ. Eine davon beginnt am 28. Februar 2000 mit der Ausgabe spezieller Versandhüllen, die mit Katie Stam und  Lisa Carruthers zwei Mitglieder des australischen Hockeyteams zeigen, das Weltmeister, 1996 Olympiasieger wurde und auf heimischem Boden den Titel bei Olympia 2000 verteidigte.

Diese konkreten Hüllen sind für Sendungen bis 500 Gramm bzw. 3 kg bestimmt. POSTAGE PREPAID ist der philatelistisch relevante Eindruck. Eine Entwertung ist nicht vorgesehen, lässt sich doch eine vorherige Nutzung zumindest durch den beschädigten Klebeverschluss ohne weiteres zu erkennen.

 Versandhülle für eine Sendung bis 0,5 kg (Motiv: Katie Starre )

 Versandhülle (Ausschnitt) für eine Sendung bis 3,0 kg (Motiv: Lisa Carruthers)

Diese Produkte gehören in das Geschäftsfeld der (australischen) PARCEL POST/Paketpost. Eine exakte Einordnung der satchels in die philatelistische Begriffswelt wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Sie dürften ähnlich eingestuft werden wie die Paketmarken der Deutschen Post, die als Privatpost-Ausgaben der Deutschen Post AG, Bereich Frachtpost im Ganzsachen-Katalog gelistet sind. Nur sind die Satchels halt weniger handlich und nicht aus Papier.  

 ATHEN 2004

Kunststoff-Versandtaschen im ELTA-Sponsor-Look für die Olympischen Spiele in ATHEN 2004, versandt am 18. August 2004 aus dem Olympic Family Hotel (Hilton) in das IBC: Im Unterschied zu den Versandhüllen aus Australien handelt es sich in diesem Fall nicht um (vorausbezahlte) Ganzsachen! Die Gebühr wird auf dem Formular berechnet und quittiert. Im internationalen Verkehr wurden diese Eilpostsendungen über den Kurierdienst TNT weitergeleitet. 

 

Schalterfreistempel

Freistempel ersetzen die Frankatur mit Postwertzeichen bzw. ergänzen diese. Dazu bedarf es einer Freistempelmaschine, die den Stempelabdruck zur Freimachung - direkt auf die Postsendung oder auf ein Etikett/Label - druckt. Der Standort des Freistemplers unterscheidet den Postfreistempel (oder auch Schalterfreistempel) vom Absenderfreistempel. Da der Schalterfreistempel (ebenso wie der Absenderfreistempel) das Datum enthält, muss kein zusätzlicher Tagesstempel abgeschlagen oder im Briefzentrum aufgebracht werden.

Bei Labelfreimachung wird die Postsendung sofort am Schalter entgegegenommen. Eine Abgrenzung gegenüber den Automatenmarken (ATM)  fällt üblicherweise leicht: Bei letzteren fehlt das Datum, erlaubt die Bevorratung und macht sie damit einsetzbar zu einer beliebigen Zeit innerhalb der Postgültigkeit.

Es gibt durchaus bei einigen Freistempel-Etiketten die Gefahr der falschen Einordnung.  Erst seit Frühjahr 1992 wurde die neue EPELSA-Technik vom Typ 11i  stufenweise in Spanien installiert und getestet. Per Thermodrucker wurde auf hitzempfindliches, selbstklebendes Papier der erforderliche Gebühreneindruck aufgebracht. Dazu kam durch das Schalterterminal der Ausdruck einer Maschinennummer und des Datums - also die typischen Merkmale eines Postfreistempels. 

Am 16.6.92 führte die Anordnung, das Ausdrucken des Datums auf den selbstklebenden Etiketten zu unterlassen, zur Geburt der EPELSA-ATM, welche die reinen Schalterfreistempel ablösten. Die auf dem EMS-Brief vom 2. August 1992 bzw. dem Kartenausschnitt vom 29. Juli 1992 abgebildeten Label sind also trotz des Eindrucks des Datums Automatenmarken und keine Postfreistempel.  Die ATM stammen von den Terminals im mobilen Sonderpostamt Vall d'Hebron, erkennbar an der Registriernummer 0243.  


 

Schalterfreistempel von einem temporären "Weihnachts-Schalter" im Hauptpostamt Metz mit dem olympiabezogenen Freistempel-Label "NOEL DE JOIE ET LES JO" (JO steht für Jeux Olympiques) - die Zusatzfrankatur wurde mit dem Sonderstempel vom Olympiafackellauf 1994 entwertet.


 

Schalterfreistempel, eingesetzt im Sonderpostamt Olympisches Dorf in Nagano 1998 als Ergänzung für das fehlende Entgelt - die Inschrift "NAGANO / OLYMPIC VIL." weist den Einsatzort auch auf dem Freistempel deutlich aus.   


 


Einschreibbrief aus dem Main Media Centre der Olympischen und Paralympischen Spiele in VANCOUVER 2010: Die fehlenden 8,77 C$ wurden mit einem Schalterfreistempel-Label abgedeckt, das auch die Sonder-Postleitzahl aufweist. 

 

 

 

Special Olympics

Unter "Special Olympics" wird die größte Sport-Organisation für Menschen mit geistiger Behinderung auf der Welt verstanden. Die Bezeichnung wird sowohl für die Organsation als auch für die globalen Sommer- und Winter-Spiele verwendet, die alle zwei Jahre stattfinden. Die Bewegung ist vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt und darf deshalb auch die Bezeichnung "Olympics" verwenden.

Die Bewegung wurde 1968 von Eunice Kennedy Shriver gegründet, die selbst behindert war. Jedes Jahr gibt es viele Wettbewerbe in allen Ländern der Welt. Mit ca. 1000 Teilnehmern fanden die ersten Special Olympics 1968 in Chicago/USA statt.

Erst die 10. Special Olympics in den Sommersportarten wurden außerhalb der USA ausgetragen (2003 in Dublin/Irland). 1977 kamen - ebenfalls in den USA (Steamboat Springs) - die Winterspiele hinzu, für die 1993 Salzburg und Schadming in Österreich erste Gastgeber außerhalb der vereinigten Staaten von Amerika waren.

Die letzten Sportspiele fanden vom 29.Januar bis 5 .Februar 2013 im  Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2018, Peyongchang, statt.

Die Post der Republik Korea gab eine Sondermarke heraus und verwendete einen Ersttagssonderstempel in vielen Orten des Landes.  

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Die Special Olympics lassen sich mit Mitteln der Philatelie durchaus gut belegen, wovon die Beispiele zeugen sollen.

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Wohl bisher einmalig: die Ehrung von Siegern der Special Olympics mit einer Sonderserie  (Sieger aus Costa Rica bei den Special Olympics 2007 in Shanghai)!

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Smartstamps

Unter SMARTSTAMPS ist eine internet-basierte Freimachung zu verstehen, für die das (ehemalige) deutsche STAMPIT-Frankiersystem Pate stand.  Die Auflieferung muss spätestens am nächsten Werktag erfolgen. Eine Abstempelung im Sinne einer Entwertung erfolgt nicht.

Damit ergeben sich für den thematischen ähnliche Möglichkeiten wie bei der Gestaltung des Werbeeinsatzes von Absenderfreistempeln. Die Society of Olympic Collectors nutzte diese Möglichkeit zur "philatelistischen Begleitung" der Ausgabe der Olympiamarken 2012 - mit Genehmigung des LOCOG.

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Bei der Wahl des Tarifs kann auf die meisten gängigen Posttarife zurückgegriffen werden. Um eine zusätzliche Abstempelunng zu erhalten, muss jedoch eine Marke vorhanden sen.

Auch während der Olympischen Sommerspiele wurden Smartstamps im Umfeld der OLYMPEX gedruckt.

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STAMPIT

Unter STAMPIT ist eine internet-basierte Freimachung der Deutschen Post zu verstehen, die diese bis zum Herbst 2011 anbot.

Damit ergeben sich für den thematischen Sammler ähnliche Möglichkeiten wie bei der Gestaltung des Werbeeinsatzes von Absenderfreistempeln. Die IMOS nutzte diese Möglichkeit zur Werbung für sportliche Höhepunkte bei der Aussendung ihrer Post an die Mitglieder. 

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Bei der Wahl des Tarifs konnte auf die meisten gängigen Posttarife zurückgegriffen werden. Um eine zusätzliche Abstempelunng zu erhalten, musste jedoch eine Marke vorhanden sen.

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